Wild Creatures

The Journey: Vom Drehbuch zum Film

Am 14.11.14 fiel die erste Klappe zum Aussendreh von "Wild Creatures" einem Kurzfilm von Rene Zhang, in Zusammenarbeit mit Schauspielerin Chara Valon. Produziert wurde der Film von Sebastian Sewczyk für Treehauz Media.

Der erste Drehtag im schönen Villeforst bei Köln war jedoch nur ein weiterer Schritt einer Reise, welche schon viel früher mit einem simplen Zitat begann:

Hearts are wild creatures, that´s why our rips are cages

Treehauz Media lädt dich ein die Entstehungsgeschichte von Wild Creatures zu entdecken und ein Teil der Reise zu werden. Von den teilnehmenden Künstlern, bis über Inspirationen und Technologien wirst du alle Elemente kennenlernen, welche diesen Kurzfilm zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.


Inspirationen

Auszüge aus dem "Lookbook" zu Wild Creatures welches dabei half Motive und Ideen für die Bildsprache des Films zu finden. (Copyright verbleibt bei den jeweiligen Künstlern)

Auszüge aus dem "Lookbook" zu Wild Creatures welches dabei half Motive und Ideen für die Bildsprache des Films zu finden. (Copyright verbleibt bei den jeweiligen Künstlern)

Dieses Zitat, "Herzen sind wilde Kreaturen, deshalb sind unsere Rippen Käfige", diente nicht nur als Inspiration für den Titel. Das Bild des "wilden" Herzens, wurde schnell zu einem starken Leitmotiv für die Konzeption der Geschichte. Als stark audio-visuelles Erlebnis konzipiert, entschieden sich Regisseur Rene Zhang und Chara Valon schnell dazu auf jegliche Dialoge zu verzichten und ganz und gar auf eine starke Bildsprache zu setzen. Dabei sollten ganz klar die Emotionen im Vordergrund stehen.

Was passiert wenn aus Liebe ein perfides Machtspiel wird? Was sind die Folgen wenn Zuneigung Gier und Obsession hervorbringt? An welchem Punkt verraten wir unsere Unschuld bzw. unser "inneres Kind"? All diese Fragen beschäftigten die Filmemacher beim Entwickeln des Drehbuchs.

Das Konzept zu "Wild Creatures" entwarf dabei Chara Valon, wobei sich Rene Zhang für das fertige Skript verantwortlich zeichnete.

Schnell zeichnete sich eine 3 Kapitel Struktur ab. Es würde um Besessenheit, Zuneigung und den letztendlichen Preis gehen. 

"Bei einem abstrakten Film wie Wild Creatures kann ein Script immer nur ein grober roter Faden für die Organisation und Grundstruktur sein. Entstanden ist der finale Film weitestgehend durch die schauspielerische Improvisation von Chara und im Schnitt des Films" sagt Rene Zhang dazu. "Ich habe noch nie an einem Film gearbeitet der mir so viele Freiheiten am Set und im Schnitt lies, gezielt auf Emotionen und Situationen zu reagieren die sich während des Schauspiels ergaben."

 

Die Unterschiede zwischen dem Script und dem fertigen Produkt sind interessant da sie die verschiedenen Ideen und Motive zeigen, die hinter Wild Creatures stecken. Das Script kann man hier herunterladen. 

Rene Zhang dazu: "In unserem Film wollten wir emotionale Zustände visualisieren. Was passiert wenn aus Liebe etwas hässliches wie Eifersucht, Besessenheit, Gier und letztendlich Selbsterniedrigung und Selbstverstümmelung wird. Welche Einflüsse hat der Partner in der Hand, welche Schmerzen fügt man sich in so einer Situation selber zu?"


Die Welt von Wild Creatures

Nach dem fertigstellen eines drehfertigen Buches, musste nun ein starker visueller Stil gefunden werden. Das Ziel war es eine fesselnde, bedrohliche Welt zu schaffen welche den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht.  Dabei kamen dem Treehauz Media Team die Erfahrungen aus dem Musikvideo-Bereich zu gute. Die Effekte sollten einen klassischen Look haben der eher an die optischen Bildkomposition der 70er und 80er Jahre erinnert, als an moderne Computereffekte. Um diesen Look zu erzeugen wurden mehrere Filmebenen klassisch ineinander Kopiert und 2D Bildelemente Bild für Bild animiert. Auch handgemachte, praktische Effekte kamen zum Einsatz, wie in einem der dramatischen Höhepunkte des Films in dem ein schlagendes Herz in einem Körper simuliert wird.

Die Kathedrale und die Erde im Weltraum gehören zu den beeindruckendsten Motiven des Wild Creatures-Universums. 

"Die Liebe nimmt viele Formen an. Sei es die Liebe zu Menschen, Dingen wie Geld oder Besitz, zu sich selbst oder zu Politik oder Religion". Unter anderem deswegen findet man religiöse Anlehnungen und Ikonographie in den Bildern von Wild Creatures. "Am Ende geht es immer um ein Geheimnis das wir alle in uns tragen, etwas großes, prahlerisches was wir in uns selber bauen, eine Kathedrale für das eigene Herz wenn man so will, und darum was passiert wenn wir es aufgeben müssen, oder es uns entrissen wird. Das Weltall und Universum symbolisiert dabei die Perspektive die wir manchmal gewinnen müssen um die Dinge entspannter zu sehen. Die Welt dreht sich eben nicht immer nur um uns selbst." meint Regisseur Rene Zhang dazu.

Zum erstellen der "Kathedrale", kam eine Technik zum Einsatz die 2D Bilder in 3D Räume umwandeln kann. Eine digitale Kamera ermöglichte es dann sich innerhalb des 2D Bildes frei zu bewegen.

Andere Elemente wurden vor einem Greenscreen aufgenommen und dann hinein kopiert.

In den Bilderwelten von Wild Creatures findet sich auch das "innere Kind" wieder, gespielt von Newcomer Jeffrey Pudel. Mit 14 Jahren konnte er bereits Erfahrung als Fotomodell sammeln und gibt mit dem Kurzfilm Wild Creatures sein Schauspieldebüt. Inspiriert wurde sein Auftritt durch eine Fotoserie der Fotografin Ines Rehberger die 2014 zusammen mit Chara Valon entstand. 

"THE END OF MR. SUNSHINE" © 2015 Ines Rehberger 

"THE END OF MR. SUNSHINE" © 2015 Ines Rehberger 

Die Darstellung in Wild Creatures ist eine Weiterführung dieser Idee. Der Verlust der Unschuld, der Tausch von einem Stück seiner selbst gegen etwas das man begehrt ist eines von vielen Aspekten die es in dem Film zu entdecken gilt. 


Die Macher

Nachdem das Skript und der visuelle Stil von Wild Creatures klar waren, musste ein Team zusammengestellt werden. Regisseur Rene Zhang übernahm neben der kreativen Leitung auch Gestaltung der visuellen und praktischen Effekte. Auch Kameraführung und Schnitt fielen in seinen Verantwortungsbereich. Dabei kamen ihm und dem Produktionsteam die Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt "Yellow" zugute, ein Film der unter ähnlich schwierigen Zeit- und Budgetbedingungen realisiert wurde.

Die Produktion

Chara Valon mit Regisseur Rene Zhang am Aussenset von "Wild Creatures"

Chara Valon mit Regisseur Rene Zhang am Aussenset von "Wild Creatures"

Künstlerin Chara Valon ist Schauspielerin aus Leidenschaft. Ihr Herz schlägt dabei für die Poesie der starken Bilder. Die komplexen Themen des Drehbuchs in ihre Darstellung einfliessen zu lassen war dabei eine besondere Herausforderung. Wild Creatures ist auch für sie ein sehr persönliches Projekt. Von der Gestaltung der Kostüme, über das Drehbuch bis hin zur Produktion der Effekte, war Chara in alle Bereiche der Entstehung involviert. Dabei standen umfangreiche Greenscreenaufnahmen, kräftezehrende Aussendrehs in Kälte und Regen sowie lange Studiodrehs auf dem Programm. 

"Wild Creatures ist für Rene und mich ein sehr persönliches Projekt. Wir haben damit buchstäblich Dinge ausgegraben, die wir hinter uns lassen wollten", so Darstellerin Chara Valon in einem späteren Interview. "Ohne Dialog und mit einem nur vage strukturieren Script zu arbeiten, setzt den Fokus auf eine reine Improvisation. Einfach in dem Moment zu leben und sich seinen Emotionen so stark auszusetzen, macht jedoch gleichzeitig sehr verletzbar. Es war eine Herausforderung sich nicht darin zu verlieren. Auf eine abstrakte Weise, war der Kampf vor der Kamera also gleichzeitig sehr real für mich selbst." 

"Wir wollten die komplette kreative Kontrolle über Wild Creatures und wir wollten den Film schnell verwirklichen" sagt Produzent Sebastian Sewczyk. "Treehauz Media ist bekannt dafür schnell und effizient zu arbeiten, deshalb konnten wir dieses Projekt mit einem Minimum an Zeit und Geld realisieren". Rene Zhang und Sebastian Sewczyk sind dabei als Regisseur und Produzent seit Jahren ein eingespieltes Team. Mit Treehauz Media zeichnen sie sich für Kurzfilme, Musikvideos und Imagefilme verantwortlich. 

"Der Künstlerische Anspruch war diesmal natürlich sehr hoch." merkt Sebastian an "Viele Elemente mussten diesmal zusammenkommen. Von den umfangreichen Studiodrehs bis hin zu Dreharbeiten im Wald mit Stromgeneratoren, künstlichem Licht und Make Up Effekten. Und das bei strömendem Regen". 

Produzent Sebastian Sewczyk bei der Arbeit

Produzent Sebastian Sewczyk bei der Arbeit

Unterstützung bekam er dabei von der erfahrenen Aufnahmeleiterin Lika Nadiradze die stets die wichtigsten organisatorischen Aspekte im Auge behielt. So war es kein Wunder das trotz schlechter Witterungsbedingungen am Ende alle Szenen komplett und pünktlich "im Kasten" waren. Produktionsfahrer Chris Bergau und Produktionsassistentin Inessa Mesic sind am Ende des Tages genau die helfenden Hände die ein Projekt wie Wild Creatures möglich machen. "Dreharbeiten sind stets ein Kampf gegen Zeit, Budget und alle möglichen äusseren Umstände" sagt Rene Zhang dazu. "Es ist wichtig dass Schauspieler und Team zum Set kommen, dass das Equipment pünktlich bereit ist und das während langer Drehs alle versorgt sind. Ein tolles Team wie dieses ist der Schlüssel zu einem leidenschaftlichen und kreativen Projekt wie Wild Creatures. Ich bin für Menschen wie Chris, Inessa, Lika und Sebastian sehr dankbar".

Making of Gallery:

Die Musik von Wild Creatures

Hör dir den Wild Creatures Soundtrack hier an

Hör dir den Wild Creatures Soundtrack hier an

Wie auch schon Yellow lebt und atmet Wild Creatures die Musik von Julian Kantus. Durch die fehlenden Dialoge und die starke audio-visuelle Konzeption bietet dieses Projekt diesmal sogar eine größere Bühne für Julians fantastische Musik. 

Ein Rohschnitt mit Liedern unterschiedlichster Genres und Arten (von Pink Floyd bis Mozart) diente als Blaupause für Stimmungen und Klangeindrücke. Basierend darauf komponierte Julian Kantus dann den Soundtrack.

"Julians Musik hat eine starke emotionale Identität. In diesem Fall wird sie zu einer Erzählerstimme, hilft dem Zuschauer in manchen Szene sogar einen besseren emotionalen Zugang zu dem gezeigten zu finden." sagt Rene Zhang. "Es ist schwer einen Komponisten zu finden der sich so weit emotional von einem Film berühren lässt wie Julian."

Mit "The Root" steuert die 3fach mit dem deutschen Rock & Pop Preis ausgezeichnete Künstlerin Frau Karo den offiziellen Titelsong zu "Wild Creatures" bei. 

"Ich bin mit James Bond aufgewachsen. Ein offizieller Song gehört bei meinen Filmen einfach dazu". Rene Zhang konnte bis jetzt bei jedem Projekt mit einem hochkarätigen Musiker kollaborieren. "Ich bin froh Frau Karo für dieses Projekt gewinnen zu dürfen. Ihre Stimme ist einfach fantastisch und mit The Root finden wir die perfekte Note den Film mit einem beeindruckenden Song abzuschliessen."

Wer sich vorab einen Eindruck verschaffen will kann sich hier das offizielle Musikvideo zu "The Root" anschauen:

"Breaking Clouds" das aktuelle Album von Frau Karo, erhältlich hier

"Breaking Clouds" das aktuelle Album von Frau Karo, erhältlich hier

The Root - Frau KARO composed by Frau KARO & Jonas Hemmersbach produced by Julian David video by Alexander Felder Album "Breaking Clouds" available in all stores